La Belle Epoque_1

Belle Époque im Bündner Bergdorf

 

Wer auf dieser Strasse den Berg hochfährt, visiert meistens einen der bekannteren Ferienorte wie Lenzerheide oder Valbella an. Doch wir biegen diesmal oberhalb von Chur links Richtung Passugg ab. Denn ein paar Kilometer und ein Dutzend spitzer Kurven weiter liegt das urchige Walser Bergdorf Tschiertschen – und über ihm thront das Hotel Alpina.

Exakt 120 Jahre ist das Haus alt. Seit einer Kompletterneuerung im Jahr 2015 trägt es den englischen Namen The Alpina Mountain Resort & Spa. Und gerade im Jubiläumsjahr lohnt es sich besonders, dieses Haus zu besuchen.

 

Es wird von Marlies und Michael Gehring geführt und  gehört der Gruppierung Romantik-Hotels an. Das Entrée ist allerdings mit hellen Ledersesseln und kubischen Tischen  topmodern gestylt. Und auch die Zimmer bieten mehr reduzierten Alpenchic als Romantik.

Komfortable Zimmer in alpen-Chic-Design

Doch das Herzstück des Hauses, das Belle Époque Restaurant sieht noch genau aus wie auf den Bildern aus der Jugendstilzeit, als hier rauschende Feste gefeiert wurden. Altes Holztäfer, Fischgratparkett und Kronleuchter machen das Restaurant zum prachtvollen Festsaal. Hier zu dinieren, ist ein einzigartiger Genuss – nicht nur kulinarischer Art: Zum 120-Jahr-Jubiläum werden hier noch bis Ende der Sommersaison exklusive Jazz-Konzerte gegeben. Stars von Jazz & Dine sind unter anderen Frank Muschalla, Bernd Lhotzky und Richie Loidl. Dazu gibt’s kulinarische Wochen mit saisonalen Spezialitäten. Das Essen ist aber auch ausserhalb dieser Sonderwochen ein Highlight. Bei unserem Aufenthalt im Frühling wurden wir im Panorama-Restaurant, dem zweiten Lokal des Hauses, mit einem asiatischen Dinner verwöhnt. Der Chef zauberte uns eine leckere Schweinebauch- und Pouletspiesschen-Teriyaki auf den Teller, gefolgt von einer Gewürzsuppe und Ente nach kantonesischer Art. Alles hervorragend!

Das Panorama-Restaurant bietet viel Stimmung und Ausblick.

Chinesische Küche in Tschiertschen? Zu verdanken ist dieser Glücksfall Leo Ah Khing, dem Besitzer des Hauses, der das Haus 2013 ersteigert und ausgebaut hat. Der malaysische Architekt, der u.a. mit dem Bau der palmenförmigen Halbinseln „The Palm“ in Dubai berühmt – und reich – geworden ist, hat neben der asiatischen Küche auch seine Liebe zu Rennpferden ins Haus gebracht: Überall hängen Fotos und Gemälde aus dem China Horse Club, dessen Gründer Leo Ah Khing ist – Präsident des Clubs ist übrigens alt-Bundesrat Joseph Deiss. Dieses Dekor gibt dem Haus eine überraschende, weltoffene Note. Ein kleiner Spa gehört zum Haus. Shan heisst er, was auf Chinesisch Bergnatur bedeutet. Eine Sauna gibt’s und mehrere Behandlungsräume. Besonders beliebt ist das Sprudelbad im Freien. Es ist überdacht und mit Sträuchern und Holzpaneelen so gut abgeschirmt, dass man sich sich hier wirklich stundenlang räkeln könnte.

Klein, aber fein: Der Spa des Hotels.

Tschiertschen selber bietet ein wunderbares Kontrastprogramm. Das Dorf ist die Heimat von Adrian Hirt, einem Pionier der biologischen Fleischproduktion. Sein Laden führt nicht nur das hochwertige Bündnerfleisch, sondern eine ganze Palette von feinsten Naturprodukten sowie preisgekrönte Weine aus der Bündner Herrschaft. Auf Wunsch veranstaltet der eloquente, junge Mann auch Degustationen.

ein Juwel von einem Dorf: Tschiertschen mit seinen alten Walserhäusern.

Ein Erlebnis ist auch das Dorf selber. Die alten Walser Holzhäuser im kompakten Dorfkern sind nicht nur architektonische Juwelen. Ihre Dachgiebel sind fast ausnahmslos mit Haussprüchen versehen. Die meisten sind biblischen Ursprungs. Es gibt jedoch auch ganz selbstbewusste wie „Der Gegend zur Zierde Dem Handwerk zur Würde“ Dieser Spruch könnte auch am „The Alpina“ stehen. Das Haus bietet wirklich durch und durch gutes gastronomisches Handwerk. Danke, Familie Gehring, für die Einladung! www.the-alpina.com

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